Häufig gestellte Fragen zum Thema Röntgendiagnostik
Kann
Röntgen gefährlich sein?
Jede Röntgenuntersuchung geht mit einer Strahlenanwendung einher.
Diese stellt ein gewisses Risiko dar.
Sowohl durch Röntgenstrahlung als auch durch die "natürliche"
Strahlenbelastung können Veränderungen an den Erbanlagen
(Genen) hervorgerufen werden. Die Veränderung der Erbanlage
ist ein rein zufälliges Ereignis (wie 6 Richtige im Lotto).
Man kann daher nicht sagen, Röntgenstrahlung sei bis zu einer
bestimmten "Menge" (Dosis) ungefährlich. Die Wahrscheinlichkeit
(also das Risiko), aufgrund einer Röntgenuntersuchung z. B.
eine Krebserkrankung auszulösen, ist verschwindend gering.
Sie steigt jedoch mit der Menge (Dosis) der Strahlung an.
Wie
hoch ist das Risiko genau?
Das Risiko, infolge einer Röntgenuntersuchung an einem Tumorleiden
zu erkranken, kann statistisch abgeschätzt werden. Ein Beispiel:
Bei einer Lungenaufnahme beträgt das Risiko 1 : 250.000. Das
bedeutet, erhalten 250.000 Menschen (etwa die Einwohnerzahl Augsburgs)
diese Untersuchung, so wird eine Person an den Folgen der Lungenaufnahme
- allerdings erst Jahrzehnte nach der Lungenaufnahme - versterben.
Für andere Untersuchungen ist das Risiko mal größer,
mal kleiner. Zum Vergleich: Der gleichen Strahleneinwirkung wie
bei einer Lungenaufnahme ist der Passagier eines Fluges von Frankfurt
nach New York und zurück ausgesetzt !!! Statistisch ist das
Risiko, an einem durch diagnostische Maßnahmen hervorgerufenen
Tumor zu versterben, ungefähr vergleichbar mit dem eines Fußgängers,
überfahren zu werden.
Warum
überhaupt Röntgen?
Ein Risiko - und sei es auch noch so gering - geht jeder Mensch
nur ein, wenn er einen persönlichen Nutzen daraus zieht. (Oder
einen großen Lustgewinn erzielt, wie z. B. beim Rauchen, Motorradfahren
usw.). Man darf deshalb bei der Beurteilung des Risikos den Nutzen
der Röntgenuntersuchung nicht außer acht lassen. Schließlich
wird geröntgt, um Schaden vom Patienten rechtzeitig abwenden
zu können oder sogar, um sein Leben zu retten. Betrachten wir
noch einmal das Beispiel der Lungenaufnahme: Würde die gesamte
Bevölkerung Augsburgs (also ca. 250.000 Menschen) geröntgt
werden, so würde - wie gesagt - vielleicht einer an den Folgen
der Untersuchung versterben. Sicherlich würde man aber bei
mindestens 10 Patienten zufällig eine Erkrankung entdecken,
an welcher der Patient ohne dieses rechtzeitige Entdecken verstorben
wäre. Somit ist für alle der Nutzen höher als der
Schaden. In Wirklichkeit werden natürlich Röntgenstrahlen
wesentlich gezielter eingesetzt. Kommt es nach genauer Überprüfung
der Fragestellung durch den behandelnden Arzt und den Radiologen
zum Einsatz von Röntgenstrahlung, wird am Zentralklinikum mit
Hilfe modernster Techniken ein Maximum diagnostisch wichtiger (für
die Therapie bedeutsamer) Informationen mit einem Minimum an Strahleneinwirkung
erzielt. Eine unserer Hauptaufgaben sehen wir darin, den Patienten
vor unnötiger Strahlenbelastung zu schützen !
Ist
Röntgen für alle Menschen gleich gefährlich?
NEIN. Zum einen sind Kinder, deren Körper sich noch
im Wachstum befinden, wesentlich strahlenempfindlicher als Erwachsene.
Dies ist ein Grund, weshalb bei Kindern Röntgenuntersuchungen
besonders zurückhaltend durchgeführt werden. Auch bei
Schwangeren wird der Sinn einer Röntgenuntersuchung auf das
genaueste überprüft, bevor geröntgt wird (Schutz
des Embryos). Zum anderen gibt es auch unterschiedlich strahlenempfindliche
Körpergewebe. Die weibliche Brust z. B. ist wesentlich strahlensensibler,
als es Knochen oder Fettgewebe sind. Wichtig ist außerdem,
daß eine Krebserkrankung erst 20 bis 30 Jahre nach der Schädigung
der Erbanlagen auftritt. Dies ist der Grund, weshalb Röntgenuntersuchungen
umso unbedenklicher werden, je älter der Patient ist. Für
einen 60jährigen Patienten etwa beträgt das Risiko, an
einem strahlenverursachten Krebs zu erkranken, praktisch Null.
Wie
bereite ich mich auf eine Röntgenuntersuchung vor?
Zur Herstellung einer gewöhnlichen Röntgenaufnahme (Nativröntgen)
ist eine spezielle Vorbereitung des Patienten nicht erforderlich.
Der Patient wird ja nach Art der Aufnahme stehend oder liegend zwischen
Röntgenröhre und Bildauffang-System positioniert. Empfindliche
Körperteile, die nicht in den Diagnosebereich fallen, werden
mit einer Bleiabdeckung geschützt (beispielsweise bekommt bei
einer Oberkörperaufnahme der Patient eine Bleischürze
zum Schutz der Leistengegend - Eierstöcke bei der Frau, Hoden
beim Mann sind zu schützen). Bewegungen während der Aufnahme
erzeugen Unschärfen, der Patient darf sich also nicht bewegen.
Zur Unterstützung der Fixierung werden manchmal anatomisch
stützende Polster verwendet. Die eigentliche Aufnahme, während
der das Röntgenpersonal zum eigenen Schutz den Raum verläßt,
dauert wenige Augenblicke. Moderne Geräte haben meist eine
Belichtungsautomatik mit einem Strahlendetektor, der nach Erreichen
der vorgegebenen Dosisleistung die Röntgenstrahlung automatisch
abschaltet.
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