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  Aktueller Fall 5-7/2008:  
 
Akute transversale Myelopathie (ATM)

Klinik:

30-jährige Patientin mit schweren Gangstörungen und Funktionsstörungen in beiden Armen. Hochakutes klinisches Bild. MRT der HWS zum Ausschluss einer Multiplen Sklerose mit spinaler Exazerbation..

Untersuchung:

TSE sagittal und coronal (T1- und T2 gewichtet), Medic 2D axial (T2 gewichtet), TIRM sagittal

Bilder:
  (Hinweis: Bitte klicken Sie die Bilder für eine Vergrößerung an!)

sagittale Aufnahmen

Bild 3
 
transversale Aufnahmen

leerleerBild 6
  Befund:

Steilstellung der HWS. Die Zwischenwirbelräume sind nicht erniedrigt. Kein Anhalt für Knochenmark-infiltrativen Prozess im Bereich der dargestellten Skelettanteile. Kraniozervikaler Übergang und Atlantoaxialgelenk unauffällig. Im Bereich des zervikalen Myelon spindelförmige Aufweitung in Höhe C5 bis C7 mit Punktum maximum bei C6. Hier findet sich auf den axialen T2-gewichteten Aufnahmen ein fast den gesamten Rückenmarksquerschnitt betreffender Prozess mit Hyperintensitäten auf T2 Wichtung.  Ein weiterer anzunehmender Prozess ist in Höhe Th3/4 zu verzeichnen.

Beurteilung:

Verdacht auf ATM im Rahmen einer Enzephalomyelitis disseminata in Höhe C5/6, möglicherweise auch Plaques in Höhe Th3/4. Es ist angesichts des ausgeprägten Befundes von einem erheblichen Ödem des Rückenmarks auszugehen.

Einschätzung:

Jedes akute Querschnittsyndrom muss sofort abgeklärt werden (z.B. Myelographie, Liquorpunktion und v.a. MRT)!  Hierbei spielen neben den üblichen degenerativen Erkrankungen bei jungen Patienten insbesondere Traumata, spinale Tumoren - v.a. jedoch entzündliche Erkrankungen des Spinalmarkes eine große Rolle  (neben der MS auch parainfektiöse Myelitiden oder postvakzinale Myelitiden, mitunter auch rheumatische Erkrankungen oder Kollagenosen). Häufig werden diese dann dramatisch verlaufenden Querschnittsyndrome trotz früher Warnhinweise (Funktionseinschränkungen i.B. der Extremitäten einschließlich  Sensibilitätsstörungen, Rückenschmerzen, Klopfschmerzhaftigkeit der Wirbelsäule etc.) auch heute oft noch viel zu spät diagnostiziert.
 

 
 

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